Für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland gibt es im Sommer Grund zur Freude: Die gesetzliche Rente steigt spürbar an. Die Bundesregierung hat die finale Rentenanpassung beschlossen, und das Plus fällt sogar noch höher aus als in den ersten Prognosen erwartet.
Ab dem 1. Juli 2026 klettern die Renten bundesweit einheitlich um 4,24 Prozent. Ursprünglich war im Rentenversicherungsbericht nur mit einem Zuwachs von etwa 3,73 Prozent gerechnet worden – durch die anhaltend gute Lohnentwicklung gibt es nun jedoch einen ordentlichen Nachschlag.
Rentenerhöhung 2026: Tabelle für den schnellen Überblick
Wie viel Euro macht das Plus auf dem eigenen Konto aus? Die folgende Rentenerhöhung 2026 Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die monatliche Bruttorente durch den Sprung um 4,24 Prozent verändert.
| Bisherige Rente (bis Juni 2026) | Monatliches Rentenplus (+4,24 %) | Neue Rente (ab 1. Juli 2026) |
|---|---|---|
| 800,00 € | + 33,92 € | 833,92 € |
| 1.000,00 € | + 42,40 € | 1.042,40 € |
| 1.200,00 € | + 50,88 € | 1.250,88 € |
| 1.500,00 € | + 63,60 € | 1.563,60 € |
| 1.800,00 € | + 76,32 € | 1.876,32 € |
| 2.000,00 € | + 84,80 € | 2.084,80 € |
| 2.500,00 € | + 106,00 € | 2.606,00 € |
Tipp zum Selberrechnen: Wer seine genaue neue Rentenhöhe ermitteln möchte, multipliziert seine aktuelle Bruttorente einfach mit dem Faktor 1,0424.
Das ändert sich beim Rentenwert und der Standardrente
Die Rentenanpassung basiert auf dem sogenannten Rentenwert – also dem Euro-Betrag, den ein Arbeitnehmer für einen gesammelten Rentenpunkt (Entgeltpunkt) im Ruhestand erhält.
- Der Rentenwert steigt zum 1. Juli von bislang 40,79 Euro auf 42,52 Euro.
- Seit der vollständigen Rentenüberleitung gibt es keine Unterschiede mehr zwischen den Bundesländern: Der Wert gilt einheitlich in ganz Deutschland (Ost und West).
Für einen sogenannten Standardrentner, der 45 Jahre lang lang zum Durchschnittsentgelt gearbeitet und Beiträge gezahlt hat (45 Rentenpunkte), steigt die Bruttorente von 1.835,55 Euro auf stolze 1.913,40 Euro. Das entspricht einem monatlichen Plus von knapp 78 Euro.
Auch Witwenrente und Erwerbsminderungsrente steigen
Vom Rentenplus profitieren nicht nur Altersrentner. Auch andere Rentenarten werden automatisch um die 4,24 Prozent angehoben:
- Hinterbliebenen- und Witwenrente: Wer beispielsweise eine Witwenrente von 1.000 Euro bezieht, bekommt ab Juli 1.042,40 Euro.
- Erwerbsminderungsrente: Auch hier greift die Erhöhung in voller Höhe. Gleichzeitig steigt die jährliche Hinzuverdienstgrenze bei der teilweisen Erwerbsminderung auf 20.763,75 Euro.
Achtung bei Steuern und Abgaben: Was Netto übrig bleibt
Die Erhöhung wird von der Deutschen Rentenversicherung automatisch ausgezahlt, Senioren müssen keinen Antrag stellen. Wer vor April 2004 in Rente ging, erhält das neue Geld Ende Juni (im Voraus), wer nach April 2004 eingetreten ist, bekommt die Erhöhung Ende Juli (nachschüssig).
Allerdings gilt zu beachten: Das Rentenplus kommt nicht ganz ohne Abzüge auf dem Bankkonto an. Vom Bruttobetrag werden direkt die Beiträge für die Krankenversicherung (durchschnittlich 8,75 %) und die Pflegeversicherung (bis zu 4,2 % für Kinderlose) abgezogen.
Zudem sorgt das Plus dafür, dass mehr Seniorinnen und Senioren in die Steuerpflicht rutschen. Für das Jahr 2026 liegt der steuerliche Grundfreibetrag bei 12.348 Euro für Ledige (24.696 Euro für Verheiratete). Übersteigt das jährliche Gesamteinkommen inklusive des steuerpflichtigen Rentenanteils diese Grenze, verlangt das Finanzamt eine Steuererklärung.